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Viele haben ihn, viele stört er, dieser lästige Pfeifton im Ohr…Der Tinnitus.

Tinnitus: Was ist das?

Das wichtigste für eine erfolgreiche Therapie ist der Fakt, dass ein Ohrgeräusch (med. Tinnitus) ein Symptom ist und nicht als alleinstehende Erkrankung betrachtet werden sollte. Ähnlich wie bei einer Grippe, sind die Gliederschmerzen ein Symptom, also nur ein kleines Puzzleteil vom Ganzen (Syndrom).

Benannt sind alle Formen einer Hörwahrnehmung, die nicht durch äußere Schallquellen bedingt sind und die nicht als Halluzinationen gewertet werden. Die subjektive Tinnituslautstärke beträgt nicht mehr als 1 – 15 dB (entsprechend einem leisen Blätterrauschen).

Bereits ab der 22. Schwangerschaftswoche ist auch bei hörgesunden Menschen ein Grundgeräusch vorhanden, welches aber nur wahrgenommen wird, wenn man sich bewusst darauf konzentriert – und was noch wichtiger ist – nicht dauerhaft beachtet.

Wie kommt es zu einem Ohrgeräusch-Leiden?

Die Wahrnehmung allein erklärt noch nicht das Leiden. Es ist eine evolutionäre Errungenschaft, sich über den Fernsinn Hören neu auftretende Geräuschen sofort und in höchster Alarmbereitschaft zuzuwenden. Für Menschen die z.B. vor gar nicht all zu langer Zeit um ein Lagerfeuer saßen, war es überlebenswichtig, beim Knacken eines Astes sofort hinzuhören, vielleicht aufzuspringen, anzugreifen, zu fliehen oder, wenn all dies nicht mehr möglich war, sich tot zu stellen.

Nur wenn etwas Bekanntes identifiziert werden konnte, darf sofort Entspannung einkehren, ansonsten ist es wichtig, sich mit dem Neuen vertraut zu machen oder einen ungefährlichen Umgang zu finden. Genau dies gilt auch für das Ohrgeräusch. Deswegen erfordert dieser in der Regel unbekannte und meist negativ bewertete neue Höreindruck – sei es nach einem Hörverlust oder im Rahmen nachlassender Hörfilterfunktionen – so viel Aufmerksamkeit.

Hörfilter sind neuronale Netzwerke, die gewohnte oder nicht notwendige Töne unterdrücken und ablenken, bevor sie in die Wahrnehmung kommen können. Unsere Hörfilter filtern 2/3 aller aufgenommenen Geräusche raus, damit wir nicht an Reizüberflutung leiden. Ein Beispiel dafür sind tickende Uhren, die wir irgendwann aus Gewohnheit nicht mehr hören, obwohl sie – meist mit 30 dB – laut genug sind um gehört zu werden. Sind wir z.B. über einem längeren Zeitraum viel Stress ausgesetzt und im allgemeinen dazu veranlagt den Fokus äußerer Reize viel über unser Gehör aufzunehmen, kann es passieren, dass unsere Hörfilterfunktion nachlässt/ermüdet (Geräuschgewöhnungsschwäche).

Mit dem Tinnitus verstärken sich die zunehmend krankhaft werdenden Reaktionen und die zunehmende psychische Not (Schlafstörungen und „nervöse“ Unruhe, Konzentrationsmangel, depressive Entwicklung) verstärkt die Tinnituslautheit. Ein Kreislauf den es zu durchbrechen gilt!

Befürchtungen die auftreten können sind, dass das Ohrgeräusch

  • mit der Zeit lauter wird,
  • der Grund für eine ggf. weitere Hörverschlechterung sein kann,
  • „verrückt“ machen kann.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das Ohrgeräusch

  • eher mit der Zeit immer weniger laut wahrgenommen wird,
  • nie der Grund für eine ggf. weitere Hörverschlechterung sein kann,
  • von alleine nicht „verrückt“ machen kann,
  • nie von außen lauter als 5 – 15 dB über der Hörschwelle bestimmt werden kann.

Vor einer psychotherapeutischen Behandlung sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Ebenso natürlich bei akutem, erstmalig auftretendem Tinnitus.

Im Mittelpunkt der Hypnosetherapie bei Tinnitusleiden steht

  • Bewältigung und Reduzierung der Tinnitus-bedingten emotionalen Belastungen;
  • Verminderung der ständigen Fokussierung auf die Wahrnehmung des Ohrgeräusches
  • Aufdeckung auslösender, stabilisierender, chronifizierender Bedingungen für das Ohrgeräusch.

Behandlungsansätze und Ziele

  • Trainiert wird das fokussieren der Aufmerksamkeit auf spezifische Wahrnehmungen und das Ausblenden störender Geräusche
  • Während der hypnotischen Trance, kommt es zu einer tiefen neuronalen Entspannung, welches die Erholung des Körpers fördert.
  • In Trance wird die Gleichgültigkeit gegenüber dem Ohrgeräusch trainiert.
  • Als aufdeckender Ansatz wird geschaut, worin die Ursache, der Konflikt und/oder das Problem, mit dem Tinnitusauslöser liegt. Gleichzeitig werden neue Lösungswege erarbeitet.
  • Hypnotherapie wirkt entlastend und bewirkt notwendige Veränderungen, Neuorientierung und die eigene Reifung.
  • Traumatische und belastende Erfahrungen können mithilfe von Hypnotherapie aufgearbeitet werden.
  • Sie kann außerdem helfen, nicht gemachte Erfahrungen für die Umsetzung notwendiger Veränderungen nachzuholen.

Jeder einzelne Punkt kann dabei helfen, das Ohrgeräusch unwichtig zu machen, wodurch die z.B. durch Stress oder emotionalen Probleme/Konflikte verloren gegangene Geräusch-Habituation (Gewöhnung) reaktiviert wird und das Ohrgeräusch somit wieder schwinden kann.

Es kann symptomorientiert und auch ursachenorientiert gearbeitet werden. Das heißt, dass wir zum einen den aktuellen Störfaktor Tinnitus als solches aufgreifen und bearbeiten und aber auch schauen werden, wo das Ohrgeräusch her kam und aus welchem Grund es da ist.

Da das Ohrgeräusch nur ein Symptom ist, gilt es heraus zu finden, welchem Leiden=Syndrom dieses Symptom zugrunde liegt (Beispiel Gliederschmerzen als eines von vielen Symptomen einer Grippe).

Sollten Sie an einem Ohrgeräusch leiden, sind Sie damit nicht alleine. Rund 340.000 Menschen erkranken laut der Deutschen Tinnitus-Liga pro Jahr in Deutschland neu an Tinnitus. Etwa 18,7 Millionen Deutsche haben bereits Ohrgeräusche erlebt.

Ihr Tinnitus möchte Ihnen etwas sagen…Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke und Mut. Den Mut aufzubringen an sich zu arbeiten, zu wachsen und zu genesen.

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