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Maulwurf Beitrag Blog Ariane Marten

Depression – Die Geschichte vom Maulwurf und dem Gärtner

Es war einmal ein wunderschöner Rasen, in einem Kleingarten. Auf ihm blühten Gänseblümchen und er erstrahlte in einem saftigen Grün. Ein gewissenhafter Gärtner, hatte sich seinen Traum eines Kleingartens erfüllt, in dem er mit seiner Frau, in den warmen Monaten seine Rente genoss.

In seiner Zeit als Gärtner war er selbständig, aufgrund seiner Präzision und Zuverlässigkeit hoch angesehen bei seinen Kunden und Mitarbeitern. Er trug viel Verantwortung, die er schon aus seinem Elternhaus kannte, da er als Ältester unter vielen Geschwistern bereits sehr früh mit vielen Aufgaben vertraut wurde.

Seine Eltern zogen ihn zu einem selbständigen, perfektionistischen Mann heran.

Seit Rentenbeginn war es seine schönste Aufgabe, aus seinem Kleingarten einen prächtig gepflegten Garten zu machen. Seine Frau baute Obst und Gemüse an und er kümmerte sich neben dem Umbau des kleinen Gartenhäuschens, hauptsächlich darum, dass der Rasen nicht zu lang wuchs, damit kein Unkraut Platz zur Ausbreitung erhielt und alles akkurat aussah.

Im Frühling, wenn die Erde auftaute, und im Herbst wenn die Erde wieder feuchter ward, bekam der Gärtner ungebetenen Besuch. Besuch von Herrn Maulwurf, der sich unterirdisch beim Regenwurmsammeln Platz verschaffen musste, in dem er die Erde aus seinen Gängen an die Oberfläche schaufelte. GENAU auf den RASEN des GÄRTNERS!!!

Der Gärtner war verärgert und versuchte die Erdhügel auf seinem Rasen abzutragen, ohne den Rasen zu sehr zu beschädigen.

Er versuchte den Maulwurf zu verscheuchen (es ist nicht so, dass er sich seinem Schicksal kampflos ergab), in dem er z.B. einen Maulwurfschreck in die Erde steckte, in der Hoffnung der Maulwurf sucht sich ein anderes Revier, doch keine Chance, der Maulwurf buddelte weiter und erfreute sich seiner Regenwürmer…

Während der Gärtner die Hügel einfach abtrug und oberflächlich alles behoben schien, tunnelte sich der Maulwurf unterirdisch weiter durch den Rasen und der Gärtner wurde fast täglich durch neue Maulwurfshügel auf seinem Rasen begrüßt.

Welche Möglichkeiten hatte der Gärtner nun? Er hätte das Schicksal seines Rasens hinnehmen und sich darüber freuen können, dass ein Maulwurf, der unter Naturschutz steht, ganz viel Nahrung unter seinem Rasen findet. Er hätte die Erdhügel einfach abtragen können, er hätte sie auch einfach liegen lassen können.

Fakt ist, trägt er die Erdhügel einfach nur ab, ist die Ursache nicht behoben. Den Maulwurf interessiert es nicht.

Der Maulwurf hingegen wusste überhaupt nicht, dass er den Gärtner verärgerte. Er folgte einfach seiner Natur und hatte mit Sicherheit keine bösen Absichten. Er wollte einfach nur mehr Platz in seinen Gängen, auf der Suche nach Nahrung.

Der Gärtner wurde zunehmends wütender, beim Abendbrot gab es nur noch ein Thema…er schlief schlecht…war übellaunig…verabredete sich nicht mehr mit Freunden und ging irgendwann nicht mehr in seinen Garten, weil er den Anblick des für ihn zerstörten Rasens nicht ertragen konnte. Sein Lebensprojekt, sein Sinn, einfach dahin. Es folgten Gefühle von Ausweglosigkeit, Machtlosigkeit, Hilflosigkeit und Trauer beim Gärtner und bei seiner Frau, die auch nicht mehr wusste was sie sagen oder tun sollte…

…und der Maulwurf? Wenn er nicht gestorben ist, dann buddelt er noch heute…

Was hat das jetzt mit einer Depression zu tun?

Es geht um Symptom/Syndrom (viele Symptome bilden ein Syndrom, Bsp.: eine Depression ist ein Syndrom) und Ursache. Um Verschleiern/Verdecken oder lösen und um die Entscheidung sich seinem Schicksal zu fügen, es hinzunehmen, oder darum es anzugehen, um langfristig zu Genesen.

Hat der Maulwurf den Gärtner in eine Depression getrieben? Oder die Maulwurfshügel? Oder waren Maulwurf und/oder Hügel nur der Tropfen auf dem heißen Stein?

Wir können es nur heraus finden, in dem wir der Ursache, dem Ursprung seiner Gefühle auf den Grund gehen. Es bringt dem Gärtner langfristig nicht viel, seine Denkweise einfach umzustrukturieren. So lange „Restgefühle“ aus dem Ursprung vorhanden sind, braucht der Gärtner ggf. nur kleine „Trigger“, Erinnerungen oder ähnliche Situationen, um die „Restgefühle“ wieder zu entflammen und die Symptomatik kommt zurück.

Beispiel: Der Gärtner merkt nun, dass es ihm nicht gut geht und macht eine problemorientierte Therapie.

Ihm wird durch kognitive Verhaltenstherapie beigebracht, wie er die Situation mit dem Rasen anders betrachten kann und er versteht. Sieht den Maulwurf nicht mehr als Feind und wird mit der ganzen Situation gelassener. Ergo, der Gärtner kann wieder besser schlafen und nach dem Frühling kommt ein schöner Sommer mit schönem Rasen…

Bis zu einem Sommertag, ein paar Jahre später…als ihm seine Frau eröffnet sich in einen anderen Mann verliebt zu haben. Der Gärtner verspürt wieder die Gefühle von Hilflosigkeit, Machtlosigkeit, Wut und Trauer über die Situation. Es ist Sommer, sein Kleingarten ist so schön…aber die Gefühle holen ihn ein, übermannen ihn und er zieht sich sozial zurück, geht nicht mehr in seinen Kleingarten, trinkt vermehrt Alkohol um den Gefühlen zu entkommen, wird übellaunig und antriebslos, schläft schlecht und hat keinen Appetit.

Was ist passiert?

Neues Problem, neue depressive Episode?

Oder neues Problem und alte Gefühle als Auslöser?

Schauen wir uns die Gefühle/Symptome an, die der Gärtner während der Maulwurfproblematik hatte:

Wut, Ausweglosigkeit, Machtlosigkeit, Hilflosigkeit, Trauer..daraus resultierende Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, Schlafprobleme, Eheprobleme

Welche Gefühle/Symptome kamen nun beim Ehe-Aus? Alles scheint sich zu wiederholen, nur dieses Mal kommen Alkoholkonsum und Appetitlosigkeit hinzu.

Zufall? Verständliche Symptomatik?

Natürlich, alles ist so lange im Rahmen der Situation verständlich, so lange es nicht pathologisch (krankhaft) ist.

Exkurs: Ab wann ist es pathologisch, ab wann ist depressive Stimmung eine Depression?

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD, aktuell in 10. Fassung) gibt es eine klare statistische Struktur für die Diagnostik der Depression. Sie wird in leicht, mittel und schwer eingestuft, mit und ohne körperliche Symptome. Bei der schweren Form wird zudem in mit und ohne psychotische Symptome, wie z.B. Wahn unterteilt.

Es gibt Hauptsymptome und Zusatzsymptome, die je nach Anzahl und Vorkommen den Schweregrad bestimmen. Außerdem ist es wichtig, ob in der Vergangenheit bereits einmal eine depressive Episode, eine Manie o.ä. diagnostiziert wurde, oder nicht.

Um z.B. eine leichte depressive Episode zu diagnostizieren, müssen mindestens 1-2 Hauptsymptome und mindestens 3, bzw. 2 Zusatzsymptome, über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen durchgängig vorherrschen. Alles darunter ist keine depressive Episode. Es gibt allerdings ein paar Störungen/Syndrome, die depressive Symptomatiken als Begleitsymptomatik vorweisen. Dazu gehören z.B. Angststörungen, Zwangsstörungen, Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion etc..

Sie können also Symptome einer depressiven Episode vorweisen, ohne rein diagnostisch an einer depressiven Episode zu leiden.

Die Ursache der Depression wird in der Diagnostik nicht berücksichtigt und somit leider auch selten in der Behandlung.

Während der Diagnostik macht dies Sinn, die Ursache einer depressiven Episode ist nicht abschließend erforscht und wird multifaktoriell, d.h. mehreren Faktoren zur Entstehung zugeschrieben. Was ich jedoch als oftmals fatalen Fehler ansehe, ist die Tatsache, dass in der heutigen Zeit oftmals nur das Problem (Symptom) und nicht die Ursache des Syndroms behoben wird. Hauptsache, „wir funktionieren“ erst einmal wieder. Symptome einer Depression sind z.B. Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, depressive Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit, Schuldgefühle, Appetitmangel, Libidoverlust, Suizidalität, etc..

Gegen die Antriebslosigkeit und die depressive Stimmung wird z.B. gerne ein Antidepressivum verschrieben. Dieses kann die Botenstoffe im Gehirn wieder in die richtige Bahn lenken und durch eine höhere Konzentration an bestimmten Wirkungsorten dafür sorgen, dass wir wieder mehr Antrieb haben und unsere Stimmung besser wird.

Als kleinen Nebeneffekt, erhalten wir durch das Medikament ggf. Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Übelkeit, verschleiertes Sehen, Schlafstörungen….Nicht bei Jedem, aber häufig. Lassen Sie sich daher bitte vor Beginn der Einnahme gut aufklären und setzen Sie sie bitte auch nicht eigenständig wieder ab.

Auch wird gegen die Schlafstörungen oder die Unruhe gerne ein Sedativum verschrieben, welches 1. abhängig machen kann und 2. wie der Name schon sagt, sediert (=Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems).

Während einer schweren depressiven Episode kann es hilfreich sein zu beruhigen, aber ich frage mich immer wieder, wie kommt es erst zu einer schweren Episode?

Muss die Seele/Psyche erst so laut werden, um endlich gehört zu werden? Wie entsteht ein Mangel an den medizinisch vermuteten Auslösern für eine Depression? Was war zuerst da, der Mangel oder das seelische Leid?

Bekam der Gärtner einfach so eine Depression oder ist sie vielleicht das Resultat aus seiner Kindheit, seiner Perfektion, dem Streben alles unter Kontrolle haben zu müssen (mutmaßend, weil er vielleicht gelernt hat, dass er nicht enttäuschen darf?) und der Machtlosigkeit in Bezug auf die Maulwurfshügel oder seinem Ehe-Aus?

Neben der Minderkonzentration gewisser Botenstoffe im Gehirn, werden auch genetische Faktoren für die Entstehung einer Depression vermutet und wer sie einmal hat, muss halt mit immer wiederkehrenden Episoden leben…

Natürlich, leben Sie einmal in einer Familie voller Gesundheit, Liebe und Fürsorge, Humor und keinen Sorgen und versuchen Sie dann eine Depression zu entwickeln…

Leben Sie einmal in einer Familie in der viel Schmerz, Trauer, Verlust und Sorgen herrschen, wenig Freude und wenig Fähigkeit zu lieben…vielleicht sogar in häuslicher Gewalt…und versuchen Sie dann keine Depression zu entwickeln…

Diese Beispiele sind sehr direkt und natürlich spielt es zusätzlich auch z.B. eine Rolle wie vulnerabel (verletzlich) wir in unserem psychischen Grundgerüst sind, aber Sie verstehen was ich damit sagen möchte, oder?

Ca. 40% der Depressiven konsultieren keinen Arzt, ca. 50% der Depressionen werden vom Allgemeinarzt nicht erkannt, 2/3 werden nicht behandelt, 25% erhalten Antidepressiva – oft in nicht ausreichender Dosierung

Auszug aus dem Buch „Psychiatrie und Psychotherapie“ von Gerd Laux und Hans-Jürger Möller

Der große Vorteil einer ursachenorientierten Psychotherapie ist der, dass die Seele Gehör bekommt. Das aufgearbeitet werden darf, was in der Vergangenheit dafür gesorgt hat, dass das Gehirn Geschehnisse auf diese Art und mit dieser Reaktion verarbeitet bzw. äußert.

Sie können es ändern. Sie haben keine Schuld.

Sie können dafür sorgen, dass nicht bloß ein Pflaster darüber geklebt wird. Der Maulwurf hat keine Schuld, er hat das Fass nur zum Überlaufen gebracht. So lange das Fass mit all seiner schlechten Flüssigkeit nicht geleert wird, sondern immer nur geschaut wird, dass es nicht überläuft, muss nur das nächste Problem kommen und alles geht von vorne los.

Meiner Meinung nach war das seelische Leid zuerst da. Das ist auch eigentlich ganz einfach und logisch zu erklären…Unser Körper nimmt Vorläufer der Botenstoffe über die Nahrung auf, und/oder produziert diese Botenstoffe. Nicht umsonst haben wir manchmal Heißhunger auf z.B. Schokolade. In Schokolade steckt viel Tryptophan und Tryptophan ist der Vorläufer des Serotonins.

Die Konzentration von Serotonin soll durch die Gabe der gängigsten Antidepressiva erhöht werden.

Dieser Heißhunger ist also evtl. eine Konditionierung (lerntheoretische Verknüpfung) aus der Kindheit, weil Sie vielleicht auch Zuhause mit Schokolade belohnt wurden und sich belohnen möchten, damit es Ihnen besser geht, oder aber Ihr Körper versucht die Konzentration des Serotonins zu erhöhen…Der schädliche Nebeneffekt von Schokolade ist der hohe Fettgehalt und der Zucker, der uns erst puscht und dann träge werden lässt.

Wenn es uns nicht gut geht, ernähren wir uns oftmals nicht gesund. Wenn es uns nicht gut geht, schlafen wir schlecht, oder wir könnten nur im Bett liegen und schlafen. Wenn es uns nicht gut geht, machen wir wenig Sport, ziehen uns zurück, gehen wenig ans Tageslicht (Vitamin D) und entziehen dem Körper damit jegliche Möglichkeiten den Vitamin-, Mineralstoff- und Botenstoffhaushalt aufzufüllen.

Sind eher traurige oder glückliche Menschen die gesünderen Menschen?

Lernt der Gärtner mit dem Maulwurf „klar zu kommen“, heißt das noch lange nicht, dass er damit „klar kommt“ wenn er verlassen wird, oder oder.. Versteht der Gärtner aber, dass es seine Gefühle sind, die irgendwann entstanden sind, sich in ein Verhalten gefestigt haben, welches dazu führt, dass er mit gewissen Geschehnissen irgendwann nicht mehr zurecht kommt…weil es in ihm etwas auslöst, was schon lange in ihm fest sitzt….hat er die Möglichkeit diese Gefühle an ihrem Ursprung aufzuspüren, aufzuarbeiten und sie durch neue, positive Gefühle zu ersetzen.

Erlerntes Verhalten, kann auch wieder umgelernt werden. Erlernte Gefühle in bestimmten Situationen, können nach dem Verstehen WARUM, auch neu erlernt/gefühlt werden, sodass sie Stand heute, keine Probleme/Erkrankungen mehr verursachen.

Vielleicht fungiert der Maulwurf als Lehrer für mehr Gelassenheit, vielleicht lernt der Gärtner eine neue Frau kennen und wird mit ihr noch viel glücklicher. Vielleicht ziehen beide ins Warme und er lebt in einem Garten ohne Maulwurf, oder er mag plötzlich Wildgärten und genießt die Farbenpracht, die auch Unkraut haben kann, oder er entdeckt ein neues Hobby in dem er glücklich wird.

Er hat die Wahl:

Pflaster drauf und es hinnehmen das er eben depressive Episoden hat, bei jeder schlimmen Episode ein paar Wochen Klinik… oder die Medis erhöhen und abwarten bis es vorbei geht?

Oder Ursachenforschung betreiben, sich neu entdecken und die „unterirdischen Tunnel“ der negativen Gefühle, verknüpft mit Erlebnissen/Prägungen aufspüren und durch positive ersetzen.

Auch Sie haben die Wahl, die Gefühle während einer depressiven Episode sind ganz fruchtbar und das Gefühl von Außenstehenden nicht wirklich verstanden zu werden etc., ist ganz schlimm. Es muss nicht so bleiben!

Kümmern Sie sich um sich, Sie haben es verdient.

Familien-Burnout Ariane Marten

Familien-Burnout, wenn der Alltag überfordert

Familien-Burnout: Gerade Frauen jonglieren heutzutage (im Vergleich zu „damals“) zwischen Beruf und Familie. Natürlich gibt es auch immer mehr Männer die sich um die Kinder kümmern und einem Beruf nachgehen. Sprechen wir also fairer Weise von dem Elternteil, der sich primär um die Kinder kümmert. Egal ob Mann, oder Frau…

Doch, was passiert da, hinter den eigenen 4-Wänden, still und leise, mit diesem Batzen an Verantwortung? Können wir immer beides mit links? Job und Familie und dennoch gesund und glücklich sein?

„Wenn ich doch nur im Bett bleiben könnte, mit meiner Decke über dem Kopf „; „Ich glaube ich melde mich heute krank“; „Mein Mann/meine Frau ist ständig lange arbeiten und ich muss mich ganz alleine 24/7 um die Kinder kümmern. Ich kann nicht mehr, aber ich muss durchhalten“; „Ich fühle mich so ausgebrannt“; „Mein Chef mutet mir zu viel zu und ich traue mich nicht, auch mal eine Aufgabe abzulehnen“…usw. usw.

„Stell dich nicht so an, früher war alles noch viel schwerer!“; „Damals gingen die Kinder nicht in den Kindergarten, da mussten wir noch alles alleine schaffen und wir wurden auch nicht krank!“; „Das schaffst du schon!“; „Du wolltest doch immer 2 Kinder, dann jammere jetzt nicht herum!“…usw. usw.

Wir lieben unsere Kinder und würden alles für sie tun…und doch geht es vielen Frauen und natürlich auch den Männern die alleinerziehend sind oder sich hauptsächlich um die Kinder und den Haushalt kümmern, oftmals seelisch nicht besonders gut. Zeit für uns selbst zu haben ist ein wichtiges Gut, welches gepflegt werden muss. Wir können nicht 24/7 funktionieren und uns selbst für die Bedürfnisse der anderen opfern. Das kann eine Zeit lang gut gehen, aber dann kann es sein, dass er sich einschleicht, der, wie ich ihn nenne: Familien-Burnout.

Nebenbei bemerkt: Diesen Begriff gibt es so nicht. In der Diagnostik psychischen Leidens stufen wir die in diesem Artikel typischen Symptome in eine Depression oder Anpassungsstörung ein. Diese Diagnosen sind für uns Eltern schwer zu akzeptieren. Anpassungsstörung? Bin ich nun gestört, weil ich mich nicht an die Situation Mutter/Vater und berufstätig zu sein, anpassen kann?

Die Frage ist, was war zuerst da? Ist die Ursache einfach ein Mangel an Neurotransmittern oder die „Verweichlichung“ der Gesellschaft? Sind wir hartes Arbeiten und 24/7 funktionieren, einfach nicht mehr gewöhnt?

Wir fühlen uns müde, schlapp, leer, ausgebrannt, funktionieren nur noch und werden schief angesehen, wenn wir am Wochenende keine Lust haben auszugehen. Unter Leute zu gehen, zu präsentieren was man sich aufgebaut hat und wie gut man dabei aussieht…

Der Gesellschaftliche Druck „Höher, schneller, weiter“, Ich-personell: „Meine Kinder, mein Mann/Frau, mein Haus und mein Job“ steigt zunehmends. Welchen Sinn erfüllt dieses Streben, dieses Beweisen müssen und worin liegt er begründet? Wer sagt uns denn, dass wir das alles schaffen müssen, dass wir diesem Druck gerecht werden müssen?

Warum setzen wir uns selbst so unter Druck, warum kann nicht alles entspannt ablaufen?

Warum lassen wir uns von anderen Menschen so unter Druck setzen?

Die Antwort ist relativ einfach: Wir wurden so erzogen und geprägt. Von unseren Eltern und Großeltern, der Familie, der Gesellschaft, den Medien. Die einen kommen damit besser zurecht als die anderen.
Woran das liegt? Das liegt an unserer sogenannten Vulnerabilität, an unserer Verletzbarkeit/Verwundbarkeit.

Jetzt werden viele sagen: „Typisch, immer sind die Eltern schuld“, aber geht es denn überhaupt um Schuld?

Nein!

Es geht darum, wie wir mit unserem Alltag besser und glücklich zurecht kommen können. Um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit.

Einen Schuldigen zu finden bringt uns nichts, es bringt uns gar nichts für unsere Zukunft. Um etwas für uns zu tun und innerhalb des Familienlebens glücklicher, symptomfreier zu werden, müssen wir uns stärken und unsere Vulnerabilität verbessern.

Alte Glaubenssätze verändern und gestärkt nach vorne sehen.

Das Leben ist ein Geschenk! Packen wir es aus!

Folgende Symptome über mind. 2 Wochen, können z.B. bei einem wie ich ihn nenne, Familien-Burnout auftreten:

  • weinerliches Verhalten, meist aber nur für sich, ungesehen
  • Schlafstörungen (Gedankenkarussell, Einschlafprobleme, morgens „wie gerädert“)
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • gestörter Appetit bis hin zur Essstörung (vermindert oder erhöht)
  • Zukunftsangst
  • vermehrter Wunsch nach Alkohol, Cannabis o.ä. (anxiolytische Wirkung: Angstlösend, Probleme vergessend; Abbau von Anspannung)
  • psychosomatische Beschwerden
  • Libidoverlust
  • Interessenverlust
  • Suizidgedanken

Therapieansätze:

Als erstes ist es wichtig, eine Basis von Vertrauen zu schaffen. Als nächstes müssen Sie den Raum und die Zeit für sich erhalten, die Sie verdienen. Wir schauen wie es Ihnen aktuell geht und wo Sie hin möchten.

Als nächstes schauen wir, wie wir uns Ihrem Ziel gemeinsam nähern können. Der Weg besteht darin, zu ergründen auf welcher Grundlage Ihr bisheriger Weg „gebaut“ wurde, um ihn im nächsten Schritt mit neuen Materialien zu bestücken, damit er sich festigt und stabil wird.

Im letzten Schritt laufen Sie los! Klingt ganz einfach, oder 🙂 ?

Welche Therapiemethoden werden angewendet?

Meiner Philosophie nach müssen Probleme an der Wurzel gepackt werden. Ein Überdecken der Probleme bringt Sie langfristig nicht weiter, Ihre Vulnerabilität kann so nicht gestärkt werden.

Ursachenorientiert arbeite ich mit der Hypnoanalyse, eine Art Psychoanalyse in Trance (schnell und höchst effektiv) und der Ego-State Therapie (Arbeit mit inneren Anteilen).

Zwischen dem Arbeiten an der Wurzel, findet die Umstrukturierung und Ich-Stärkung statt.

Neben der Hypnotherapie nutze ich Methoden wie die Gesprächstherapie, Kunsttherapie (gerade wenn das Reden schwer fällt) und die Klopfakupressur (als Hausausaufgabe). Bei manchen Patienten ist die Arbeit mit meinen tierischen Co-Therapeuten (Pferd & Alpaka) ebenfalls indiziert.

Das Ziel ist ein neuer Weg, mit einem starken Ich

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